Rehabilitationssport

Rehabilitationssport ist eine sogenannte „ergänzende Leistungen zur Rehabilitation“. Sie wird vom Haus- oder Facharzt verordnet und von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die Rechtsgrundlage hierfür ist §64 Abs. 1 Nr. 3 und 4 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX).

Durch die gesetzliche Grundlage haben alle gesetzlich versicherten Personen bei Vorliegen einer entsprechenden Indikation einen Anspruch auf diese Leistung. Privatversicherte sind auf die Kullanz ihrer Krankenkasse angewiesen. Erfahrungsgemäß werden entsprechende Anträge aber positiv beantwortet.

Im Unterschied zu einer Reha-Maßnahme ist der Rehabilitationssport keine individuelle therapeutische Gesundheitsleistung. Er ist daher kein Ersatz oder eine Alternative zu akut benötigten Heilmitteln.

Rehabilitationssport ist 'Hilfe zur Selbsthilfe' und findet in Gruppen von 15-20 Personen statt. Eine Gruppen wird von einer lizenzierten, für die jeweilige Indikation ausgebildeten Übungsleitung trainiert. Zum Erhalt dieser Lizenz müssen regelmäßig Fortbildungen besucht werden.

Alle Inhalte, der Ablauf und die Zuständigkeiten sind in der 'Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport' festgelegt.

Eine Teilnahme am Rehabilitationssport in unserem Verein ist mit einer Verordnung oder einer Mitgliedschaft möglich.

Rehabilitationssport während der Corona-Pandemie

Da Rehabilitationssport eine Gesundheitsleistung ist, darf dieser unter Beachtung der in unserem Hygienekonzept vorgegebenen Verhaltensregeln durchgeführt werden. Allerdings ist das auf Grund der unter diesen Auflagen verfügbaren Sportflächen nur sehr eingeschränkt möglich.Beachten Sie darum bitte die jeweiligen Hinweise an den Gruppen und Angeboten.

Eine Alternative können die über das Internet angebotenen Tele-Rehasport-Gruppen sein.

Herzsport

Die Teilnahme an unseren lizenzierten Herzsportgruppen ist mit einer ärztlichen Verordnung oder als Vereinsmitglied möglich.

Orthopädie

Der Orthopädische Rehabilitationssport ist für Indikationen des Muskel-Skelett-Systems gedacht.

Wassergymnastik

Rehabilitationssport im Wasser ist eine gelenkschonende Alternative zur Trockengymnastik.

Rehabilitationssport – Fragen und Antworten

  • Was bedeutet die gesetzliche Grundlage?

Im Sozialgesetzbuch IX in §64 Abs. 1 Nr. 3 und 4 ist der Anspruch auf Rehabilitationssport festgelegt. Es ist also keine freiwillige Leistung des Gesundheitssystems und belastet das Budget des Arztes nicht.

  • Was regelt die Rahmenvereinbarung?

Die Durchführung, also das, was im Rehabilitationssports gemacht wird und welche Indikationen den gesetzlichen Anspruch auslösen. Ebenso sind dort die fachliche Kompetenz und die Finanzierung definiert. Aber auch das, was nicht gemacht werden darf (z.B. Gerätetraining, Zuzahlungen usw.). Vor allem aber ist dort definiert, dass nur lizenzierte Sportvereine Rehabilitationssport anbieten dürfen.

  • Welche Krankheiten/Indikationen erlauben die Teilnahme am Rehabilitationssport?

Grundsätzlich kann man sagen, dass es für alle chronischen Erkrankungen, die eine eingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zur Folge haben können, entsprechende Angebote gemacht werden können.

  • Wie ordnet sich der Rehabilitationssport in die Leistungen des Gesundheitssystems?

Rehabilitationssport ist keine Leistung des Gesundheitssystems!
Es wird zwar vom Arzt verordnet, belastet aber sein Budget nicht. Durch die Verordnung werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Er ist als "Hilfe zur Selbsthilfe" gedacht, um den Zugang zu Bewegungs- und Sportangeboten in der Freizeit und im Alltagsleben zu finden.

  • Wo bekomme ich eine ärztliche Verordnung?

Jeder niedergelassene Arzt kann bei entsprechender Diagnose die Verordnung (Muster 56) ausstellen. In der Regel sollte das der behandelnde Fach- oder Hausarzt sein.

  • Wie ist der Ablauf zur Genehmigung der Verordnung?

Arztbesuch -> Gruppe finden -> Unterschreiben -> Genehmigung durch die Krankenkasse -> Spaßhaben

  • Muss ich Zusatzkosten oder einen Eigenanteil zahlen?

NEIN! Die Kosten zur Teilnahme am Rehabilitationssport werden zu 100% von der Krankenkasse bezahlt. Zusatzleistungen (z.B. die Mitgliedschaft im Verein) können sinnvoll sein, sollten aber vor dem Hintergrund der Erkrankung genau abgewogen werden und dürfen bei Ablehnung durch den Patienten den Zugang nicht verwehren.

  • Was wird in einer Rehabilitationssportgruppe angeboten?

In der Gruppe werden, je nach Indikation und Ausprägung der Erkrankung, gymnastische Übungen, Bewegungsspiele und Mobilisationsübungen angeboten. Ziel ist es, dass Erlernte im Alltag zu Integrieren.

  • Was passiert nach Ablauf der Verordnung?

Entweder haben Sie auf Grund der Indikation einen Anspruch auf eine Folgeverordnung, oder Sie haben Spaß an der Bewegung in Ihrer Gruppe gefunden und bleiben als Vereinsmitglied auf eigene Kosten Ihrem Sport treu.
 

Interessante Links und Webseiten

Die hier aufgeführten Links zu Webseiten und Dokumenten geben Ihnen bei Interesse weiterführende Informationen zum Hintergrund des Rehabilitationssports. Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die über die Links erreichten Dokumente und den Inhalt der Webseiten übernehmen wir keine Verantwortung.

Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining neu ab 01.01.2011

Richtlinie zur Durchführung des Rehasports im DBS

Gemeinsame Erklärung zur regelmäßigen Teilnahme am Rehabilitationssport

Qualifikationsanforderungen Übungsleiter/-in Rehabilitationssport

Leitfaden zum Ausfüllen der Rehasportverordnung